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Energiesparlampen geben offenbar im Betrieb giftige Stoffe ab

Hamburg - Energiesparlampen können während des Betriebs offenbar giftige Stoffe abgeben. Die Lampen setzten dann Dämpfe frei, die im Verdacht stünden, krebserzeugend zu sein, berichtete das NDR-Verbraucher- und Wirtschaftsmagazin „Markt" am Sonntag vorab (Sendezeit Montag, 20.15 Uhr). Bisher war bekannt, dass Energiesparlampen Quecksilber enthalten. Dies wird aber nur freigesetzt, wenn Lampen zerbrechen.

Das Magazin hatte in einer Stichprobe Energiesparlampen unterschiedlicher Hersteller in einem zertifizierten Labor untersuchen lassen. Alle Lampen enthielten demnach deutlich messbare Mengen an Phenol sowie weitere giftige Stoffe.

Der vereidigte Sachverständige für Innenraumschadstoffe, Peter Braun, bestätigte dem Magazin, dass diese Stoffe die Raumluft belasten können. „Besonders bedenklich ist, dass alle untersuchten Lampen im Betrieb krebserzeugende Substanzen ausgasen, und das gilt ausgerechnet für die Stoffe, die wir in den höchsten Konzentrationen gefunden haben", sagte Braun dem Sender. Laut „Markt" kündigte ein Hersteller aufgrund der Recherchen an, „den Einbringungsweg der genannten Stoffe zurückzuverfolgen". Weiterhin gab er an, die Stoffe könnten „aus Klebstoffen und Einzelkomponenten der Lampe stammen". Ein anderer Hersteller teilte dem Magazin den Angaben zufolge mit, „dass weder die Art der Substanzen noch ihre Konzentration die festgelegten Grenzwerte überschreitet". Der Sachverständige kritisierte dagegen, dass gerade für solche krebserzeugenden Substanzen das Minimierungsgebot gelte und sie möglichst vollständig aus der Umgebung des Menschen verschwinden sollten. Grund dafür sei, dass auch geringste Mengen dieser Stoffe das Risiko erhöhen könnten, an Krebs zu erkranken. (dapd)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 17.04.2011  13:47  Energiesparlampen belasten Raumluft

 


 

Stecknadelkopfkleine Dioden entwickeln sich zum Licht des 21. Jahrhunderts - und Audi stellt damit alle anderen in den Schaten. 76 LED- Chips im Scheinwerfer des neuen Audi A8 leuchten die Zukunft.

 

Es leuchtet schon ein wenig länger bei Audi. Zuerstan den Armaturen, Anfang der 1990er-Jahre dann in hochgesetzten Bremsleuchten, seit 2003 auch an der Fahrzeugfront: Auf der Detroit Motor Show glänzte damals die Studie Pikes Peak, aus der später der Audi Q7 hervorgehen sollte – und wer genau hinsah, dem ging mehr als nur ein Licht auf. In den streifenförmigen Nebelscheinwerfern funkelten winzige, Licht emittierende Dioden, kurz LEDs. Stephan Berlitz, Leiter der Vorentwicklung Lichttechnik bei Audi, muss heute lächeln, wenn er daran denkt: „2001 meldete sich ein ganz aufgeregter Zulieferer bei uns: Er könne LEDs mit 18 Lumen liefern.“ Damals war das eine Sensation. Denn Lumen pro Watt sind für Lichttechniker ungefähr genauso wichtig wie Leistung und Drehmoment für Motorkonstrukteure. Mit 18 Lumen erreichte eine LED erstmals die annähernde Lichtleistung einer Haushaltsglühlampe – und es war abzusehen, dass die winzigen Halbleiter künftig noch heller leuchten würden. So kam es denn auch: Die jüngste Generation weißer Hochleistungs-LEDs, die im neuen Audi A8 zum Einsatz kommt, strahlt mit 50 Lumen pro Watt – und für die Zukunft ist mit weiteren Steigerungen zu rechnen. Berlitz: „Leuchtdioden sind vergleichbar mit Computerchips. Alle zwei Jahre gibt es eine Leistungssteigerung um 30 Prozent.“

Damit dürfte klar sein, dass die LED-Technologie alle Voraussetzungen für das Prädikat „Lichtquelle der 21. Jahrhunderts“ erfüllt. Denn die Vorzüge der winzigen Halbleiter, die elektrische Energie direkt in Licht umwandeln, leuchten im wahrsten Wortsinn ein: Im Vergleich zu allen anderen Lichtquellen benötigen LEDs weniger Energie, liefern ein Licht, das fast schon Tageslichtqualität hat, glänzen mit einer fast unbegrenzten Lebensdauer und verschaffen nicht zuletzt den Designern ungeahnte Möglichkeiten. Gründe genug für die Entwickler bei Audi, sich intensiv mit den stecknadelkopfgroßen Leuchtkörpern zu befassen – und der Weg zum ersten Voll-LED-Scheinwerfer der Welt, der 2008 im Audi R8 Premiere feierte, erwies sich denn auch als äußerst steinig. „Um die Lichtfunktionen eines Scheinwerfers zu erhalten, mussten wir erst mal eine Menge lernen“, bekennt Stephan Berlitz. Doch die Investition in das Licht der Zukunft zahlte sich aus.

„Mit der LED-Technologie hat Audi Pionierarbeit geleistet“, sagt Dr. Wolfgang Huhn, Leiter der Abteilung „Licht und Sicht“ bei Audi, „und obwohl wir dem Wettbewerb um mehrere Jahre voraus sind, hat das Thema auch für uns noch ein großes Potenzial.“ Den funkelnden Vorsprung dokumentiert auf eindrucksvolle Weise der neue Audi A8. Die Leuchteinheiten der Luxuslimousine wirken schon ohne Illumination wie von einem anderen Stern, und auf das Einschalten der Zündung folgt der nächste Aha-Effekt: Als Stand- und Tagfahrlicht fungiert ein homogen leuch tender Lichtstreifen, der die Querstreben des Singleframe-Grills optisch verlängert und dann nach oben strebt, um dort in die Schattenkante des Kotflügels zu münden. Noch eindrucksvoller gestaltet sich die Lichtshow beim Einschalten des Blinkers: Dann nämlich pulsiert die Tagfahrlichtleiste, auf der allein insgesamt 44 LED-Chips verbaut sind, plötzlich in brillantem Gelb. Für das Abblendlicht sind 16 weitere Chips zuständig, das Fernlicht wird von acht Chips erzeugt. Darüber hinaus verfügt der Scheinwerfer im neuen Audi A8 über zwei weitere Lichtquellen: Jeweils vier Chips sind in zwei kleinere Refl ektoren inte griert und übernehmen dort die Funktion des Abbiegeund Allwetterlichts sowie des Autobahnlichts.

Alles zusammen ergibt ein Erscheinungsbild, das der Umwelt bei Tag und Nacht aus der Ferne signalisiert, dass hier nicht irgendein Auto, sondern ein Audi A8 anrollt. In Ingenieurkreisen gilt das allerdings nur als angenehmer Nebeneff ekt. Viel wichtiger ist für Stephan Berlitz, „dass sich digitales Licht mithilfe der Elektronik in seiner Helligkeit verändern und exakt an die Bedürfnisse des Fahrers anpassen lässt“. Was damit gemeint ist, lässt sich im Audi A8 bereits ansatzweise besichtigen: Defi niert durch das Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit schaltet sich automatisch das Autobahnlicht zu, das für zusätzliches Licht in größerer Entfernung vor dem Fahrzeug sorgt und damit der besseren Weitsicht des Fahrers dient. Weiteren Komfort bietet die Funktion der Linksverkehrumschaltung: Bei Auslandsfahrten lässt sich über das Multi Media Interface (MMI) der asymmetrisch leuchtende Kegel des Abblendlichts von Rechts- auf Linksverkehr umschalten.

Völlig neue Möglichkeiten eröff net die LED-Technik auch für die Innenbeleuchtung. Auf den „Kronleuchter unter dem Dach“ (Berlitz) müssen Audi A8 Insassen künftig verzichten. Stattdessen tauchen elegante Lichtbänder an den seitlichen Dachkanten und rund um das Dachmodul den Innenraum in ein angenehm indirekt wirkendes Licht – und wer will, kann das Ambiente sogar in drei verschiedenen Farben illuminieren: Über das MMI lassen sich drei unterschiedliche Farbtöne passend zur aktuellen Stimmungslage einstellen: von Polarweiß über Elfenbeinweiß bis hin zu Rubinrot.

Ausschließlich in Rot erstrahlen dagegen wie gewohnt die Rückleuchten des Audi A8, allerdings auch in einer absolut unverwechselbaren Grafi k: Das Schlusslicht umrahmt in Form eines leicht abgerundeten Rechtecks die Bremslichter. Insgesamt 72 LED-Chips sorgen auch hier für einen eleganten Auftritt und bürgen für zusätzliche Sicherheit: Das extrem schnelle Ansprechverhalten der Leuchtdioden informiert den nachfolgenden Verkehr unter Umständen um einen entscheidenden Sekundenbruchteil schneller über eine Bremsung. Geradezu altmodisch mutet es da an, dass inmitten der LEDs tatsächlich auch noch eine Glühlampe verbaut ist – im Rückfahrscheinwerfer. Aber Audi wäre nicht Audi, wäre hier nicht auch noch wenigstens eine Gemeinsamkeit mit der LED-Technik zu verzeichnen: Das Birnchen ist absolut wartungsfrei. // Hermann J. Müller - Audi Magazin  

 

Neues Beleuchtungssystem in Schönbrunn

historische Flackern

 

Wien - Im Schloss Schönbrunn kann's sogar spannend werden, wenn beispielsweise in der Großen Galerie die Elektroinstallationen saniert werden sollen. "Wir staunten nicht schlecht, denn da waren tatsächlich noch die originalen Kabel aus dem Jahr 1901 drinnen", berichtet Schönbrunn-Geschäftsführer Wolfgang Kippes. Und die Elektrifizierung im Schloss Schönbrunn hatte damals Thomas Alva Edison persönlich geplant und durchgeführt. Die historisch wertvollen Stränge wurden natürlich auch für die weitere Nutzung erhalten. Künftig versorgen aber diese Kabel aus der Frühzeit der Elektrizitätsnutzung die neueste Entwicklung in der Beleuchtungstechnik: LED-Leuchtkristalle der Firma Swarovski, die es nicht nur schaffen, ein warmes Licht zu verbreiten, sondern auch den flackernden Effekt von Kerzen wiederzugeben. Die Schönbrunner Schlossgeselschaft war durch das EU-Verbot der herkömmlichen Glühbirnen in Zugzwang gekommen. Die alten Glühkerzen mussten also ohnehin ersetzt werden. Was Kippes an sich nicht sonderlich störte: Die insgesamt rund 900 Stück in der Großen Galerie verbrauchten viel Strom und mussten im Schnitt zweimal pro Jahr ausgewechselt werden. "Hochglanz der Wände beim Flackern der Kerzen" Allerdings: "Energiesparlampen wären jedenfalls unbefriedigend gewesen." Gleichzeitig hatte das Glühbirnenverbot einen regelrechten Innovationsschub auf dem LED-Sektor ausgelöst. Im Zuge der Recherche wurden der Schlossgesellschaft einige Prototypen mit weit besserer Lichtqualität angeboten. Dazu kam ein Weiteres: Derzeit wird die Große Galerie instandgesetzt - und die originale Polierweißfassung der Wände aus dem 18. Jahrhundert wiederhergestellt. Ein aufwändiges Verfahren, bei dem drei Schichten aufgetragen und dann händisch mit Achatsteinen poliert werden. "Entscheidend war dabei die Wand-Licht-Kombination", erläutert Kippes. "Der Hochglanz der Wände kam erst beim Flackern der Kerzen so richtig zur Geltung. Und genau diesen Effekt wollten wir weitgehend wiederherstellen." Ein Eindruck, den nun die leicht flackernden LED-Lampen von Swarovski, die schließlich zum Zug kamen, am besten wiedergeben. Und Ressourcen spart das überdies: Nicht nur, dass die Leuchtmittel viel seltener ausgetauscht werden müssen - der Stromverbrauch wird damit um rund zwei Drittel reduziert.

(Roman David-Freihsl, DER STANDARD, Printausgabe, 16./17.4.2011)




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