Fiat Lux
Publikation: eco.nova | Ausgabe: SPEZIAL Mai 2011 | Ressort: architektur | Datum: 29.04.2011
Nur nicht im Dunkelschmählich erschlaffen!Im Lichtgefunkel leben und schaffen. Nur im Verstecke nicht müd’ versiechen, kränkeln und kriechen —nur das nicht! Richte und recke auf dich zum Licht!
(R. M. Rilke)
(R. M. Rilke)
Wir tun durchaus gut daran, Rilkes Rat zu befolgen: Licht ist ein Lebenselixier. Unsere innere Uhr richtet sich nach ihm, unser Seelenleben wird durch Licht beeinflusst – wie auch unser Tagesrhythmus und sogar unsere Hormone durch Licht gesteuert sind. Wir fühlen uns wohl, wo es hell ist, unsicher, wo Dunkelheit herrscht. Unsere Umwelt ist eine „Sehwelt“ - wir orientieren uns vor allem mit unseren Augen. Mehr als 80 % aller Sinneseindrücke nehmen wir durch das Auge auf, allein ein Viertel unseres Energiehaushalts wenden wir für den Sehprozess auf. Es ist das Medium Licht, das diese visuelle Wahrnehmung und Orientierung überhaupt erst möglich macht. Darum: Richte und recke dich auf zum Licht!
Was ist Licht?
Das Geheimnis um das Phänomen Licht hat die Physik schon lange gelüftet: Licht ist der kleine sichtbare Teil von elektromagnetischer Strahlung. Das elektromagnetische Spektrum geht aber weit über das für uns sichtbare Licht (zw. 380 und 750 nm) hinaus, es umfasst Radio- und Mikrowellen, Infrarotstrahlung, UV-Licht sowie Röntgen- und Gammastrahlung. Genau genommen sind elektromagnetische Wellen Schwingungen des elektromagnetischen Feldes, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.
Isaac Newton entdeckte, dass weißes Sonnenlicht fünf Farben enthält: Violett, Blau, Grün, Gelb und Rot. Sein Versuch war ebenso einfach wie genial: Richtet man ein enges Lichtbündel auf ein Glasprisma und projiziert die austretenden Strahlen auf eine weiße Fläche, so wird das farbige Lichtspektrum sichtbar. Es entspricht den Farben des Regenbogens. Dabei hat jede Spektralfarbe eine ganz bestimmte Wellenlänge, die Farbeindrücke dazwischen sind fließend – von Blauviolett bis Orange.
Isaac Newton entdeckte, dass weißes Sonnenlicht fünf Farben enthält: Violett, Blau, Grün, Gelb und Rot. Sein Versuch war ebenso einfach wie genial: Richtet man ein enges Lichtbündel auf ein Glasprisma und projiziert die austretenden Strahlen auf eine weiße Fläche, so wird das farbige Lichtspektrum sichtbar. Es entspricht den Farben des Regenbogens. Dabei hat jede Spektralfarbe eine ganz bestimmte Wellenlänge, die Farbeindrücke dazwischen sind fließend – von Blauviolett bis Orange.
Wir sind Höhlenmenschen
Seit der Erfindung von Kunstlicht verbringt ein Großteil der Menschheit auch am Tag immer mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Laut aktueller Studien sind wir nur noch ca. 4 % unserer Zeit im Freien – und davon ca. 2 % im Auto! Der menschliche Organismus hat sich im Laufe der Evolution an den regelmäßigen Tag-Nacht-Zyklus und die sich daraus ergebenden Lichtbedingungen angepasst. Dieser so genannte „zirkadiane Rhythmus“ (tageszeitlicher Rhythmus von biologischen Funktionen) steuert unsere Aktivität am Tage und die notwendige Erholung und Regeneration in der Nacht. Mit einer Helligkeit von 10.000 lx (bedeckter Himmel) bis 100.000 lx (heller Sonnenschein) begünstigt das natürliche Licht unsere gesunde körperliche und geistige Verfassung sowie eine gesteigerte Leistungsfähigkeit. Mit 500 lx
Beleuchtungsstärke reicht Kunstlicht bei weitem nicht an das Tageslicht heran, auch die spektrale Zusammensetzung und der dynamische Lichtwechsel sind Qualitätsmerkmale des Tageslichts, an welche Kunstlicht kaum heranreicht. Damit erhält der menschliche Organismus nur einen kleinen Anteil der Lichtmenge, die seinen zirkadianen Rhythmus auf natürliche Weise steuern würde, unsere innere Uhr kann daher nicht in gleichem Maße aktiviert werden. Es treten neue Krankheitsbilder auf, die auf einen Mangel an Tageslicht zurückzuführen sind.
Lesen Sie den gesamten, umfangreichen Artikel in der Printausgabe – inkl. Praxisbeispielen. Im Bild: Haus in Sistrans der Architekten Schlögl & Süß.
Beleuchtungsstärke reicht Kunstlicht bei weitem nicht an das Tageslicht heran, auch die spektrale Zusammensetzung und der dynamische Lichtwechsel sind Qualitätsmerkmale des Tageslichts, an welche Kunstlicht kaum heranreicht. Damit erhält der menschliche Organismus nur einen kleinen Anteil der Lichtmenge, die seinen zirkadianen Rhythmus auf natürliche Weise steuern würde, unsere innere Uhr kann daher nicht in gleichem Maße aktiviert werden. Es treten neue Krankheitsbilder auf, die auf einen Mangel an Tageslicht zurückzuführen sind.
Lesen Sie den gesamten, umfangreichen Artikel in der Printausgabe – inkl. Praxisbeispielen. Im Bild: Haus in Sistrans der Architekten Schlögl & Süß.
Autor: Ulrike Delacher
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